Die neuen Erlebnisauktionen - Schnäppchen unwahrscheinlich

Sie heißen zum Beispiel bietauktionen.de, crazyhammer.de, swoopo.de, aubino.de oder dealstreet.de – die Veranstalter von sogenannten „Erlebnisauktionen“. Bis zu 80 Prozent spart Ihr da, heißt es. Und in der Tat: Die siegreichen Gebote sehen auf den ersten Blick auch nach sensationellen Schnäppchen aus. Hier drei Euro für ein brandaktuelles PC-Spiel, dort 140 Euro für ein iPhone oder 160 Euro für ein MacBook und so weiter. Alles Neuware versteht sich. Wie ist das möglich?

Ein Bekannter von mir ist ein echter Auktionsfan. Er hat sich von diesen Wahnsinns-Preisen locken lassen und das jetzt mal selbst ausprobiert. Bei ebay, sagt er, sind Schnäppchen ja schließlich kaum noch möglich. Zu viele überambitionierte Bieter, die im wahrsten Sinne „um jeden Preis“ gewinnen wollen – selbst wenn sie am Ende mehr bezahlen als im Laden. Da ist auch durchaus was dran, wie ich aus eigener Erfahrung weiß. Aber die neu entdeckte Alternative meines Bekannten war bei genauerem Nachrechnen dann auch nicht gerade ein Schnäppchen-Garant.

Diese „Erlebnisauktionen“ haben nämlich eines gemeinsam: Ihr könnt nicht einfach so mitbieten. Die Berechtigung dazu muss man erstmal kaufen – und jede einzelne Gebotsabgabe kostet dann zum Beispiel 50 Cent. Außerdem ist das Ende der Auktion nicht zeitlich festgelegt: Einmal Bieten erhöht den Preis je nach Anbieter um einen bis zehn Cent und verlängert den Countdown bis zum Auktionsende um zehn bis 20 Sekunden. Erst wenn der Countdown abläuft, ohne dass jemand schnell noch vorher das Gebot erhöht, erhält der letzte Bieter den Zuschlag. Zu den wahrlich unglaublich niedrigen Preisen für die Produkte müsst Ihr also noch die Kosten für Eure Gebote hinzurechnen. Ganz zu schweigen von den gefühlten Jahrzehnten, die Ihr wie hypnotisiert auf den Countdown starren müsst, um den richtigen Moment zum Bieten abzupassen. Aber gut, wem's Spaß macht...

Hinzu kommt, dass ja auch all diejenigen, die bei einer Auktion leer ausgehen, über ihre Gebote mit für das Produkt bezahlen. Wenn Ihr also erstmal angefangen habt, ernsthaft auf einen Artikel zu bieten, müsst Ihr daher eigentlich so lange mitgehen, bis Ihr die Auktion gewonnen habt – koste es, was es wolle. Denn würdet Ihr vorher aussteigen, hättet Ihr das Geld für die Gebote ja ganz umsonst zum Fenster rausgeworfen. Angesichts dessen dürften die Gewinnmargen der Anbieter mindestens genauso unglaublich sein wie die Preise es dem Anschein nach sind. Ein paar schöne Beispielrechnungen dazu findet Ihr hier.

Fazit: Ob Ihr am Ende ein Schnäppchen macht, ist reine Glückssache. Tatsächlich sind solche „Erlebnisauktionen“ eher mit einem Lottospiel als mit einer wirklichen Versteigerung vergleichbar: Ganz wenige sind (mit viel Glück) die Gewinner, während die überwältigende Mehrheit in die Röhre guckt und draufzahlt. Für die Veranstalter ist das ein super Geschäft: Alle Teilnehmer bezahlen für ein Produkt, aber nur der Gewinner bekommt es. Das Ganze erinnert doch irgendwie an den „Hot Button“ von 9Live, oder was meint Ihr? Na ja, wer zu viel Zeit hat und in seinem Leben unbedingt mehr „Erlebnis“ braucht... Ich jedenfalls bleibe da doch lieber beim guten alten Preisvergleich. So klappt's mit den Schnäppchen viel schneller und vor allem zuverlässiger.

Anm. d. R.: jahrhundertdeal.de haben wir aus unserer beispielhaften Auflistung wieder entfernt. Eine Gegendarstellung der Betreiber findet Ihr in den Kommentaren gleich hier unter diesem Artikel.

Kommentare

Peter

ja stimmt da hat Martin recht. Allerdings sollte man sich trotzdem eine kluge Bietstrategie überlegen. Dann kommt zum Spass auch der Erfolg hinzu. ;-)

Gegendarstellung

Gegendarstellung der Erlebnis-Auktionswelt UG (haftungsbeschränkt) Jahrhundertdeal.de zu folgendem Bericht:
http://www.evendianer.de/meldungen/0026/die-neuen-erlebnisauktionen-schnäppchen-unwahrscheinlich.html
 

leider ist Ihr Bericht von "Robert" NICHT ausreichend recherchiert und eindeutig nicht mit unserem Konzept und Preisgestaltung in einen Topf mit z. B. Swoopo, Dealstreet  ff
zu werfen. Es handelt sich bei Vorgenannten um Auktionen, welche bei "NULL" beginnen und der Preis entsprechend STEIGT....NICHT SO BEI UNS !!!!!!

BEI JAHRHUNDERTDEAL.de WIRD von vornherein in verschiedenen Kategorien der geglättete Durchschnittspreis (reale im Internet recherchierte Preise) genommen und
entsprechend ausgewiesen. Es ist richtig, dass auch bei uns Gebote (Globos) erworben werden müssen, um entsprechend mitbieten zu können. Mit jedem Gebot erhöht sich der Rabatt und
der JD-Startpreis fällt. Es fallen keine Versandkosten an!
  
Der PREIS SENKT sich jedoch mit jedem Gebot, so dass endlich sogar wirklich 100 % Rabatt erreichbar sind. In einer anderen Kategorie hat der User
die Möglichkeit zum sofortigen Kauf. Wir haben diese EHRLICHE Preis-Konzept-Gestaltung eben aufgrund grosser, meist negativ-Presse gegen o.g. Anbieter gewählt und bieten völlige Transparenz ....
Überzeugen Sie sich bitte selbst und LESEN GENAU ...   http://www.jahrhundertdeal.de/index.php?info=sogehts     sobald die Plattform richtig angenommen ist, wird z. B. sogar
entsprechend Bargeld ab erreichen von 100,01% ausgezahlt (Bonus-Auktion) oder es gibt gar bis zu 3 Gewinner (Spezial-Bonus-Auktion) ... 
 http://www.jahrhundertdeal.de/index.php?info=agb   (§5-Auktionstypen (Top-Deal, Null-gewinnt, Live-Auktionen, Bonus-Auktionen, Spezial-Auktionen, Spezial-Bonus-Auktion))
 
JEDER, der sich bei Jahrhundertdeal.de registriert erhält 3 Globo gutgeschrieben - zusätzlich wird jedem Kunden, welcher das Erstemal ein  Globo-Pack (z. B. 12,50 Euro für 25 Globo (Gebote)) via Überweisung
Vorkasse, Paypal, Sofortüberweisung erwirbt ebenso automatisch 10 Euro (20 Globo) gutgeschrieben. Mehr geht wirklich nicht an Transparenz und Fairness.
 
Wiir freuen uns auf SIE!
 
Die Geschäftsleitung
Jahrhundertdeal.de

JahrhundertDeal.de fällt nicht unter diese Art ...

Hier beginnen Auktionen mit dem Startpreis und dieser kann sich durch Gebote zwecks Erhöhung von Rabatten nur VERRINGERN !!!! Schaut selbst mal rein - habe lange gelesen und denke die sind >TOP !!!
 

martin

was Du aber übersiehst: bei einigen von diesen auktionshäusern (also zumindest den seriöseren wie swoopo, crazyhammer, dealstreet) kannst du dir aber die eingesetzten gebote auf den auktionspreis anrechnen lassen. dann ist das risiko nicht so hoch.

swoopo

bei swoopo bekommt man seit neuestem nur noch 25 prozent des auktionspreises bei direktkauf zurück. das heisst, egal wieviel du geboten hast, wenn du das produkt kaufst gibt es nur 25 prozent als erstattung zurück.
z.b das teil kostet 100€- du setzt 100 gebote = 50€, dann kaufst du das teil als direktkauf und bekommst nur 25€ erstattung- also musst du noch 75€ direktkauf bezahlen - insgesamt kostet dich das teil dann 125€ + versandkosten
laut swoopo - alles nur zum besten des kunden ;-))
 

:)

Ein sehr guter Artikel! Vielen Dank.
 

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