Energiesparende Elektrogeräte - welche Siegel gibt es?

Den Energieverbrauch optimieren, umweltbewusst leben und Energie sparen – das ist heute wichtiger denn je. Da wundert es auch nicht, dass diese Themen immer wieder durch die Presse gehen. Und auch zur CEBIT sorgte das Thema Energieeffizienz wieder für Diskussionsstoff. Neue Geräte sowie neue Forderungen an die IT-Branche, lagen mit Beginn der Messe in der Luft. Auf der einen Seite gibt es ja schon viele Hersteller, die mit der hohen Energieeffizienz ihrer Geräte werben. Auf der anderen Seite fordern Umweltverbände, wie das Umweltbundesamt, noch bessere bzw. härtere Richtlinien für Elektrogeräte. Aber woran erkennt man überhaupt, ob die Geräte wirklich halten, was sie versprechen? Welche Siegel und Zertifikate gibt es und welche davon gelten als vertrauenswürdig?

Pünktlich zum Beginn der Messe in Hannover meldete sich die Initiative „Energieeffizienz – jetzt!“. Sie fordern eine klare Effizienzkennzeichnung für Geräte aus dem Computer- und IT-Bereich, so dass auch Privathaushalte schnell und einfach erkennen, wie hoch der Verbrauch eines Gerätes tatsächlich ist. Um dies umzusetzen fordern sie außerdem EU-weite Standards. Und zwar in etwa solche Standards, wie es sie bei Kühlschränken und Waschmaschinen schon seit Längerem gibt. Bei Kühlschrank und Waschmaschine sind die Geräte mit den Buchstaben „A-D“ gekennzeichnet. „A“ steht dabei für eine besonders gute Energieeffizienz, „D“ für eine eher nicht so gute Energieeffizienz. Bis diese Standards aber auch für andere Geräte gelten, kann noch einiges an Zeit vergehen. Wie kann ich als Otto-Normal-Verbraucher aber trotzdem erkennen, ob ein Gerät zu meiner Vorstellung von Energieeffizienz passt?

Eine Möglichkeit ist das Siegel „Blauer Engel“. Der Blaue Engel zählt zu den ältesten und ersten Umweltschutzkennzeichnungen der Welt. Eine Initiative, die damals von den Bundesministern des Bundes und der Länder ins Leben gerufen wurde. Zuerst klingt das auch alles sehr interessant und aussagekräftig. Allerdings stellt sich mir die Frage, wie aussagekräftig diese Kennzeichnung wirklich ist, wenn sie doch auf freiwilliger Basis funktioniert. Der Blaue Engel bezeichnet sich schließlich auch selbst als Umweltzeichen mit Markenwirkung. Ist es tatsächlich nicht mehr als das? Oder sind die Geräte, die mit dem Blauen Engel gekennzeichnet sind, tatsächlich umweltschonender? Um diese Frage beantworten zu können, muss man die Vergabekriterien für die Kennzeichnung kennen. Auf der Internetseite des Blauen Engels kann man diese Vergabekriterien weitestgehend für verschiedene Produkte nachlesen. Für Computer beispielsweise gibt es diese Kriterien:

  • ergonomische Gestaltung für mehr Gesundheit am Arbeitsplatz
  • gute Recyclingfähigkeit schont Ressourcen und vermeidet Schadstoffeinträge in die Umwelt
  • keine Schadstoffe im Kunststoffgehäuse

Sind diese Kriterien erfüllt, können z.B. ein Computer und auch das entsprechende Zubehör mit dem Blauen Engel versehen werden. Ein Vorteil: auf der Webseite kann man direkt nach Produkten, Herstellern oder Anbietern suchen, die den Blauen Engel bekommen haben. Ein Beispiel hierfür ist der Fujitsu P19-5P Eco. Ein TFT-Monitor, der sich durch besonders geringen Stromverbrauch auszeichnet. Aber auch der schnelle und erstklassige Service von Fujitsu wird auf der Homepage des Blauen Engels besonders hervorgehoben. Sollte man denn den Service mit zur Energieeffizienz zählen?

Eine allgemeingültige Lösung lässt also noch auf sich warten. Hier lautet die Frage: Wie lange noch? Die andere Lösung avanciert scheinbar immer mehr zu einer Marketingkampagne. Wie schaffe ich mir nun in der Praxis Geräte an, die weniger verbrauchen als Konkurrenz-Produkte und so die Umwelt schonen? Auch das Handelsblatt hat sich diese Fragen gestellt und zusammen mit dem Bundesumweltministerium das „Klima-Orakel“ gegründet. Auf die Frage „Welches Öko-Label hilft beim klimafreundlichen Einkauf?“, antwortet das Klima-Orakel (in diesem Fall Jens Gröger vom Öko-Institut) so: „Für Haushaltsgeräte ist dabei das EU-Energieeffizienzlabel eine wichtige Information. Hier sollte auf Geräte, die in der besten verfügbaren Effizienzklasse (A bis A ++) liegen, zurückgegriffen werden. Bei Gegenständen des täglichen Bedarfs gibt der „Blaue Engel“ oder die „Euroblume“ und bei Fahrzeugen die Bestenliste von „EcoTopTen“ oder des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) eine sehr gute Orientierung.“

„Der Blaue Engel“ scheint also auch weiterhin ein gutes Kriterium beim Kauf eines damit gekennzeichneten Gerätes zu sein. Oder wie seht Ihr das?

Dann gibt es noch die „Euroblume“. Bei der Vergabe der Euroblume zählt der komplette Lebenszyklus des Produktes, also auch schon die Herstellung und Verarbeitung. Außerdem wird das Siegel erst dann vergeben, wenn auch die Europäische Kommission ihr Einverständnis gegeben hat und ein Lizenzvertrag abgeschlossen wurde. Danach gilt das Zeichen für drei Jahre und das Produkt muss gegebenenfalls neu geprüft werden. Ein Produkt, das dieses Siegel erhalten hat, ist beispielsweise der Samsung LE32B450. Der LCD-Fernseher verbraucht im Gegensatz zu seiner Konkurrenz wesentlich weniger Strom.

Meiner Meinung nach werden Geräte, die auch noch besonders energieeffizient sind, noch attraktiver. Beim Stöbern, Vergleichen und Kaufen werde ich ab jetzt auf die Umwelt-Siegel achten. Macht Ihr das auch? Oder findet ihr, dass das alles Quatsch ist?

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