Licht am Fahrrad per Nabendynamo, LEDs oder Magnetbeleuchtung?
Jetzt, wo es endlich wärmer wird, bricht die Zeit des Fahrradfahrens wieder an. Das verstaubte, im Keller stehende, Fahrrad muss also langsam wieder straßentauglich gemacht werden. Ein Thema, was mich dabei immer wieder in den Wahnsinn treibt, ist die Fahrradbeleuchtung. Früher bin ich noch mit den Standarddynamos gefahren. Aber mal ehrlich: Manche Strecken sind auch so schon anstrengend genug, sodass man wirklich gut auf die zusätzliche Tretbelastung durch einen Dynamo verzichten kann. Ich bin dann auf Lichter umgestiegen, die durch Batterien oder Akkus betrieben werden. Aber auch hier habe ich mal wieder ein Problem. Schusselig, wie ich bin, vergesse ich natürlich immer die Lampen aufzuladen. Batterien habe ich auch nie dabei. Also stehe bzw. fahre ich regelmäßig im Dunkeln. Und zwar immer dann, wenn ein Straßenpolizist schon hinter der nächsten Ecke auf mich wartet. Damit soll jetzt aber endlich Schluss sein!
Da ich von diesem Thema allerdings nicht wirklich viel Ahnung habe, musste ich mich erst einmal auf die Suche nach der perfekten Fahrradbeleuchtung machen. Ein Punkt, der mir vorher nie so bewusst war, ist die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO). Dass es sie gibt, ist mir natürlich klar, aber nicht dass viele Lampen gar nicht zulässig sind. Beispielsweise gibt es Scheinwerfer, die nur für Fahrräder mit einem Gewicht von unter 10 Kg geeignet sind. Bei der Recherche und Kaufentscheidung sollte man also auf solche Details unbedingt achten.
Nach unzähligen Stunden in Foren, nach mehreren Diskussionen hier bei eVendi und nach eigenen Überlegungen habe ich festgestellt, dass ich wohl noch hinter dem Mond lebe, was die neusten Arten von Fahrradbeleuchtung angeht. Nun bin ich aber hoffentlich wieder auf dem neusten Stand der Dinge. Hier meine Favoriten:
- Der Nabendynamo: Dieser Typ von Dynamo ist in der Nabe des Vorderrades zu finden. Dabei bewegt er sich immer mit und Widerstände während des Fahrens werden so gut wie vermieden. Auf das lästige Abstrampeln von früher kann hier also verzichtet werden. Aufrüsten kann man sie nur (soweit mir bekannt), wenn der Vorderreifen komplett ausgetauscht oder umgebaut wird. Dabei ist es aber wahrscheinlich einfacher, ein neues Laufrad mit dem passenden Nabendynamo zu kaufen. Ein Produkt, das mir immer wieder aufgefallen ist, ist der Schmidt Original Nabendynamo (SON). Dieser ist zwar in einem höheren Preissegment anzufinden, bietet aber laut Hersteller und Foren-Usern eine hohe Langlebigkeit. Mein Vergleicher-Näschen sagt mir hier: Gute Qualität darf ruhig auch mal etwas kosten! Ich glaube für Vielfahrer lohnt sich diese Anschaffung definitiv. Eine Festbeleuchtung, die perfekt dazu passt, ist die Busch & Müller Lumotec Senso Plus. Sie verfügt über ein Standlicht, das sich automatisch einschaltet. Der Vorteil: Das Licht wird durch einen wartungsfreien Kondensator betrieben. Der Kondensator lädt sich während der Fahrt immer wieder auf. Akkus und Batterien werden so komplett überflüssig. Insgesamt also ein überzeugendes System, das aber auch seinen Preis hat. Aber es gibt auch Modelle, die preiswerter sind und trotzdem eine gute Qualität mich sich bringen. Beispielsweise der Shimano Nabendynamo. Er wird teilweise schon mit einem Laufrad angeboten und kann so schnell und einfach eingebaut werden.
- Akku- bzw. batteriebetriebene LEDs: Wahrscheinlich bleibe ich weiterhin schusselig und vergesse das Aufladen oder Batteriewechseln. Trotzdem haben diese Fahrradlichter auch ihre Vorteile. LEDs sorgen für ein sehr gutes Licht. Man schaut also nicht mehr in ein schwarzes Loch, wenn der Blick ein paar Meter weiter geradeaus geht. Frühere böse Fallen, wie unerwartete Bordsteine, fiese Äste oder harte Steine können einen nicht mehr überraschen. Hinzu kommt, dass das Licht der LED ein stetiges Licht ist und nicht von der Fahrtgeschwindigkeit abhängt. Die Sigma Powerled Black beispielsweise verfügt über eine sehr starke Leuchtkraft und kann entweder über AA-Batterien oder einen Li-Ionen-Akku IION betrieben werden. Der Akku soll hier sehr lange halten, so dass ständiges Aufladen etwas seltener wird. Preislich bewegt man sich hier in einem sehr guten Preissegment. Jedoch ist bei den LED-Lampen Vorsicht angesagt! Sie müssen perfekt ausgerichtet sein, da sie mit ihrer Leuchtkraft den Gegenverkehr schnell blenden können und es so zu Verkehrsunfällen kommen kann. Vom Gesetzgeber vorgegeben ist hier: Der Lichtkegel sollte 10 Meter vor dem Rad auftreffen. Die LED-Lampen sind gegenüber anderen Scheinwerfern, meiner Meinung nach, im Vorteil. Sie sind wesentlich energiesparender und relativ unempfindlich gegenüber Erschütterungen.
- Magnetbeleuchtung: Hierbei handelt es sich um eine Technologie die, soweit ich weiß, in Deutschland noch nicht besonders verbreitet ist. Kleine Magnete sind in die Speichen der Räder eingebaut und erzeugen durch elektromagnetische Induktion Energie. Diese Energie wird dann in die Festbeleuchtung geleitet. Solange das Fahrrad bewegt wird, brennen also auch die Lichter. Der dänische Hersteller Reelight bietet mehrere Modelle dieser Technologie an. Leider bei eVendi noch nicht zu finden. Für mich ist allerdings nur die Reelight SL 150 Serie relevant. Sie erzeugen nämlich ein Dauerlicht. Alle anderen SL Serien erzeugen nur ein Blinklicht und das ist in Deutschland nicht zugelassen. Problem hier: Ich weiß leider nicht, ob die StVO diese Art von Beleuchtung zulässt. Weiß das vielleicht einer von Euch? Denn ansonsten genießt die Magnetbeleuchtung eine Menge Vorteile. Sie ist nämlich auch ziemlich preiswert im Gegensatz zu den Nabendynamos beispielsweise.
Um mein Fahrrad schnellstmöglich wieder einsatzbereit zu machen, werde ich wohl auf einen Nabendynamo zurückgreifen. Auch wenn ich hier etwas mehr Geld ausgeben muss, liegen die Vorteile klar auf der Hand. Kein Aufladen, keine Batterien, kaum ein Widerstand beim Fahren und mit der passenden Lampe eine sehr gute Beleuchtung. Wobei - eigentlich würde meine erste Wahl ja eher auf die Magnetbeleuchtung fallen, aber da ich bisher nichts über die Zulassung hier in Deutschland finden konnte, lasse ich lieber erst einmal die Finger davon. Über Tipps jeglicher Art würde ich mich aber trotzdem freuen, denn ganz sicher bin ich mir, ehrlich gesagt, noch nicht.
Was beim Fahrradfahren noch alles passieren kann, seht Ihr mal ganz anschaulich in diesem Video:

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