iPad Test - Kann der Tablet PC von Apple überzeugen?
Heute ist es so weit: Ich werde das iPad gleich in meinen Händen halten. Ich selbst habe es mir zwar nicht gekauft, aber die eVendianer haben sich den Tablet PC gemeinschaftlich zugelegt und stellen ihn mir nun endlich zum Testen zur Verfügung. Bevor ich aber meine eigenen Erfahrungen mit dem iPad mache, wollte ich einmal wissen, wie einigen der eVendianer der (angebliche) Geniestreich von Apple gefällt.
Eindrücke der eVendianer
Seit einer Woche ist eVendi nun im Besitz des iPad und schon jetzt können sich einige Leute hier das Gerät nicht mehr weg denken. Das ist schon einmal eine klare Ansage! Besonders die Funktion des Zeitungslesens ist sehr gut gelungen. Morgens fällt der Geräuschpegel der Papierzeitung weg. Für viele ein klarer Pluspunkt, denn so wird kein schlummerndes Kind oder der Partner geweckt. Außerdem lässt sich das iPad problemlos mit nur einer Hand bedienen. Bei einem Laptop wird das schon schwieriger. Die zahlreichen Applikationen von Zeitungen ermöglichen es dem Leser, immer auf dem aktuellsten Stand der Tageslage zu sein. Hier sehen alle Kollegen großes Potenzial. Das Lesen auf dem iPad geht nämlich sehr gut. Besonders in Verbindung mit Multimediainhalten wie Videos oder Bildern. Einzig die fehlende Möglichkeit, mit einfachen Mitteln Fotos, eMails, etc. übers Netzwerk zu drucken, nervt ein paar Leute doch ziemlich. Auch das ausgiebige Schreiben von Texten auf dem iPad gestaltet sich eher schwierig. Daher liegt das iPad meistens auf dem Tisch, wo es dann zum Zeitungslesen, zum Termine abstimmen, zum Fernsehprogramm-Check oder zum Skypen verwendet wird. Die Akkulaufzeit überrascht äußert positiv! Man wundert sich eher, wenn man es dann doch irgendwann mal aufladen muss.
Mein persönlicher iPad Test
Nun liegt das iPad aber nicht auf dem Gemeinschaftstisch, sondern bei mir auf dem Schreibtisch. Mein erster Eindruck: Es sieht einfach gut aus. Aber (ja schon jetzt ein aber) wenn es nicht angeschaltet ist, sieht man überall die Fingerabdrücke auf dem Display. Das ist eine Kleinigkeit, aber mich - als Person mit Putzfimmel - würde es wohl nerven. Außerdem fällt natürlich auf, dass es keine Möglichkeit für einen USB-Anschluss gibt. Das Übertragen von Dateien gestaltet sich so wesentlich schwieriger, als bei einem normalen Laptop. Jedoch ist das iPad in meinen Augen sowieso nicht vergleichbar mit einem Laptop, sondern eher als ein Zusatzgerät zu verstehen. Aber wie sagt man so schön: Die inneren Werte zählen! Also anschalten und los! Das geht wie schon erwartet extrem leicht. Ein Knopfdruck und das iPad startet in Sekundenschnelle. Die Tastatursperre ist mit einem leichtem Slide nach rechts auch aufgehoben und schon erblickt man zahlreiche Apps.
Gewicht und Größe des iPad sind - für mich - vollkommen in Ordnung. Wobei das Gerät nach einiger Zeit in der Hand immer schwerer wird. Aber auch im Liegen lassen sich die ganzen Applikationen noch gut erkennen. Bei starkem Lichteinfall spiegelt das Display allerdings ziemlich doll. Beispielsweise spiegelt sich jetzt gerade meine Lampe im Display und es tut richtig in den Augen weh, wenn ich drauf schaue. Also Licht aus oder aus dem Licht raus! Für draußen ist das iPad dann wohl eher nicht geeignet.
Die erste Funktion, die ich testen möchte, ist das Mailprogramm. Ein Fingerdruck und ich bin drin. Die Oberfläche ist übersichtlich und gut überschaubar. Auch die Lesbarkeit überzeugt. Um eine Email zu schreiben, bedarf es nur eines Klicks auf ein schreibblockähnliches Icon: so öffnet sich ein leeres Emailfenster und die Tastatur ploppt auf. Die Tastatur lässt sich genauso bedienen, wie die eines Computers. Nur, dass man zwischen Buchstaben und Zahlen umschalten muss, was aber durch eine Umschalttaste sehr einfach ist. Ansonsten ist die Tastatur für meinen Geschmack etwas zu empfindlich. Einmal zu viel auf Delete gedrückt und der ganze Text ist verschwunden. Das könnte auf Dauer nervig werden. Trotzdem lassen sich eMails mit dem iPad genau so gut lesen und schreiben wie mit einem Laptop. Hier steht das iPad seinen aufklappbaren Verwandten in nichts nach.
Wo ich grade bei dem Thema "Tastatur" bin: In einigen Applikationen fällt das Schreiben schwer, da die Apps über lange Ladezeiten verfügen und alle Funktionen somit nur sehr verzögert ausgeführt werden. Das erinnert ein bisschen an einen alten Laptop, der Ewigkeiten zum Laden braucht. Was die Reaktionszeiten von bestimmten Funktionen betrifft, ist es also definitiv noch verbesserungswürdig.
Nun surfe ich ein bisschen durch das Internet. Der Standard Safari Browser ist einem Apple-Nutzer natürlich gleich vertraut. Also ab zu Youtube. Zwar gibt es auf dem iPad auch eine Youtube Applikation, aber die wollte bei mir nicht funktionieren. In diesem Test hier also klar durchgefallen (ein paar Stunden später funktionierte es dann doch). Übers Internet funktioniert dann aber alles ganz normal. Die Videos werden schnell geladen und auch die Tonqualität ist überzeugend. Generell ist das Bild auf dem iPad sehr gut. Auch längere Videos lassen sich angenehm anschauen, natürlich immer vorausgesetzt, dass das Video an sich eine gute Qualität mich sich bringt.
Für mich, als das Orientierungsgenie schlechthin, ist die Kartenfunktion des iPad natürlich besonders interessant. Mal gucken, ob ich damit auch nach Hause finde. Wieder ist die Applikation "Karten" nicht anders, als bei dem iPhone auch. Nur, dass der große Bildschirm beim Kartenlesen einen ganz anderen Komfort mit sich bringt. Zum Zoomen reicht ein Druck auf die Stelle, die man größer haben möchte. Im ersten Moment erscheint ein erschreckend unscharfes Bild, welches sich jedoch nach einigen Sekunden scharf stellt. So lassen sich auch Details erkennen. Ich würde jetzt 1 Stunde und 43 Minuten nach Hause brauchen, zu Fuß versteht sich. Mit dem Auto nur noch 16 Minuten. Leider kann mir nicht angezeigt werden, wie lange es mit öffentlichen Verkehrsmitteln dauern würde. Das gibt einen kleinen Minuspunkt. Ansonsten überzeugt diese Funktion auf dem iPad besonders durch das große Display und die gute Erkennbarkeit der Straßenkarten. Ich finde damit auf jeden Fall nach Hause.
Wie schon erwähnt, besitzt das iPad keinen USB-Eingang. Entweder müssen Dateien wie Bilder, Videos oder Musik also über ein Netzwerk übertragen werden oder man nutzt die Bluetoothfunktion. Beide Möglichkeiten sind allerdings zeitraubend, da der Datentransfer leider relativ lange dauert. Das ist von Apple nicht grade eine der besten Lösungen, was den Tablet PC betrifft.
Um immer auf dem neusten Stand der Dinge zu sein, bietet das iPad zahlreiche Möglichkeiten. iKiosk beispielsweise hat in seinem Repertoire: Die Welt, Welt Kompakt und Welt am Sonntag. Angezeigt wird einem zunächst nur die Frontpage der Zeitung. Um durchblättern zu können, muss man entweder in die Übersicht gehen und die gewünschte Seite auswählen oder einfach per Fingerscroll weiterblättern. Nett dabei ist die Aufmachung im typischen Tageszeitungslook. Ich kann die Artikel relativ problemlos ohne Zoom lesen. Mit schlechteren Augen wird das aber eher schwierig, denke ich. Zoomt man den Text heran (per Doppelklick auf den gewünschten Textabschnitt), wird der Ausschnitt mit lesbarem Text wesentlich kleiner. Hier muss dann also viel gescrollt werden. Diese Tatsache kennt man als iPhone, PC oder Laptop User aber schon und deswegen ist es wenig störend.
Natürlich ist auch Spielen auf dem iPad möglich und hier gibt es nicht viel zu sagen, außer: überzeugend! Die Spiele funktionieren sehr gut und machen größtenteils auch Spaß.
Ein Thema, welches beim iPad definitiv nicht gelungen ist, ist die Multifunktionalität. Diese ist nämlich nicht vorhanden. Möchte ich beispielsweise über Youtube Musik hören und gleichzeitig eine eMail schreiben, geht das nicht. Sobald ich aus dem Browser wechsle, wird das Video automatisch gestoppt. Eine Tatsache, die mir persönlich nur wenig zusagt. Schließlich ist das doch gerade einer der großen Reize, mehrere Dinge gleichzeitig tun zu können oder meint Ihr nicht?
Mein Fazit zum iPad
Das iPad kann in vielen Funktionen überzeugen. Besonders das Design und das große Display machen rein optisch etwas her. Schade ist jedoch, dass das iPad an einem schönen Sommertag draußen nicht richtig genutzt werden kann. Dafür spiegelt das Display zu stark. Überzeugend sind aber, wie auch schon beim iPhone, die vielen praktischen Applikationen. Einige davon sind zwar noch nicht ganz ausgereift, dienen aber schon jetzt ihrem Zweck. Eine Funktion, die ohne Wenn und Aber überzeugt, ist das Lesen auf dem iPad. Das kann richtig Spaß machen. Abzüge in der B-Note gibt es allerdings für die fehlende Multifunktionalität und die fehlenden Anschlussmöglichkeiten wie USB. Der Tablet-PC von Apple ist in meinen Augen ein Zusatzgerät, kann aber keinesfalls einen Laptop ersetzen. Insgesamt ein „nettes“ Gerät, welches mich aber nicht voll und ganz überzeugen konnte.

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