Das Grauen hat einen Namen - Computerspiele!

Ob groß oder klein, ob jung oder alt – Computerspiele sind irgendwie immer beliebt. Vor kurzem ist Starcraft II erschienen, morgen beginnt auch noch die Gamescom in Köln und ich habe das Gefühl, ein Großteil der Menschen, die ich kenne, drehen durch. Beim gemütlichen Beisammensein, heißt es dann nur noch: „Hast Du schon gehört, Blizzard will dies und das machen!!!“, „So krass, die Grafik. So etwas gab's echt noch nie!“ oder „Naja, ich bin schon Level 80, da ist der Boss total easy, aber bin gespannt, was in der Erweiterung passiert“. Man selbst sitzt daneben und versteht nur Bahnhof. An einen Themenwechsel ist nicht zu denken. Nach ein paar Sekunden geht es eh wieder um das eine: Computerspiele.

Bevor nun der Vorwurf kommt, ich sei eine Frau und die interessierten sich generell nicht für Computerspiele, muss ich gleich erwähnen, dass ich beispielsweise Final Fantasy sehr gut finde. Ich kann nur den Hype, der um manche Spiele gemacht wird, nicht richtig nachvollziehen. Ich streite dabei noch nicht einmal ab, dass manche Games sicherlich viel Spaß machen. Aber muss man sich wirklich, beispielsweise für World of Warcraft (WoW), die halbe Nacht vor einen Laden stellen, um es als Erster gekauft zu haben? Oder wenn man es hat, die ganze nächste Nacht nur noch vor dem PC sitzen?

Zwei gute Freunde von mir zocken gerade Starcraft II. Dass Erste was sie machen, wenn sie nach Hause kommen: PC an! Zocken! Und das bis spät in die Nacht, um dann nur noch tot ins Bett zu fallen. Ihr Tagesablauf ist momentan also nicht besonders abwechslungsreich. Irgendwann muss so ein Spiel doch auch mal wieder langweilig werden, oder nicht? Ich könnte das jedenfalls nicht. Ich bekomme schon einen Migräneanfall, wenn ich nur daran denke, den ganzen Abend und einen Teil der Nacht am PC zu sitzen und zu spielen. Eine Stunde oder zwei kann ich das auch mal. Danach wird es mir dann aber auch schnell langweilig.

Nun fängt morgen auch die Gamescom in Köln an. Einer der bekanntesten Spielehersteller, „Blizzard“, stellt dort Diablo III und neueste die Erweiterung von World of Warcraft - „Cataclysm“ vor. Zusätzlich zu Starcraft II gibt es nun also drei weitere Gründe, warum der männliche Teil meines Freundeskreises nur noch ein Thema hat. Schon jetzt planen sie, wer wann mit wem zusammen spielt. Wenn es so weit ist, werden sie sich in ein dunkles Zimmer einsperren und man sieht sie tagelang nicht wieder. Ansprechbar sind sie erst recht nicht. Schrecklich! Ich freue mich richtig darauf, wenn eine dieser Spiele-Sessions bei mir und meinem Freund stattfinden wird. Das wird spitze! (Oder auch nicht).

Aus Erfahrung weiß ich, dass das Thema Computerspiele nicht nur Männer besonders interessiert, sondern auch Frauen. Trotzdem sind Games dann doch eher Männersache. Sowie Schuhe eher Frauensache sind. Oder pauschalisiere ich hier zu sehr?

Versteht mich nicht falsch. Ich habe gegen Computerspiele nichts einzuwenden. Einige Spiele finde ich selbst sehr gelungen. Ich finde nur, dass manche Spiele sehr extrem gehyped werden und einige Spieler dadurch in einen richtigen Zocker-Sumpf gezogen werden.

Ein Beispiel:
Release von WoW - „Wrath of the Lich King“. Spieler konnten ihre Charaktere nun auf Level 80 pushen und der Spieler, der als erster 80 wurde, bekam einen Titel dafür. Das galt auch für die unterschiedlichen Klassen des Spiels, wie beispielsweise Paladin, Magier oder Krieger. Vor Release wurden diese Titel und andere extrem in den Vordergrund gerückt, sodass tatsächlich Spieler täglich 20 Stunden oder mehr am Stück gespielt haben, um der Erste zu sein. Kein bisschen Schlaf wurde sich zwischendurch gegönnt. Mal ehrlich, das kann einfach nicht gesund sein.

Besonders die Neuerscheinungen oder Erweiterungen von „Blizzard“ werden sehr stark in der Öffentlichkeit diskutiert, ob nun positiv oder negativ ist fast egal. Der Hype um diese Games ist ein wenig mit dem um Apple-Produkte zu vergleichen. Die Spielwelt ist aber auch sehr verlockend. In eine virtuelle Welt einzutauchen, dabei alle Sorgen zu vergessen und einen Moment nicht in der Realität zu leben, ist für viele so etwas wie Entspannung. Ich frage mich nur, wie man in den virtuellen Pixelwelten noch zwischen Entspannung und Sucht unterscheiden kann? Wie viel Selbstdisziplin ist dafür nötig? Das wäre jetzt allerdings noch einmal ein Thema für sich. Ich wollte mir meinen Frust nur einmal von der Seele schreiben und jetzt geht es mit besser.

Geht’s denn noch jemanden so wie mir?

Kommentare

RE: Die ganze Nacht zocken...

Ab und zu finde ich das auch vollkommen ok ;) Es darf dann nur keine überhand nehmen. Redest du denn dann auch nur noch über dieses Spiel oder fesselt es dich nicht so extrem? Das finde ich nämlich noch schlimmer, wenn es nur noch dieses eine Thema gibt.

Die ganze Nacht zocken...

Mir geht's nicht so wie Dir. Höchstens wie Deinem Freund ;-) Als ich vor ein paar Tagen zum ersten Mal StarCraft II gespielt habe, war mein Abend auch erst um 3:20 vorbei. Leider musste ich am nächsten Tag normal aufstehen - das war schon anstrengend. Aber ab und zu muss das einfach mal sein ;-)

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