Energieeffiziente Fernseher - geschicktes Marketing oder sinnvoll?
Nachdem nun unser alter Fernseher endgültig beschlossen hat, die Farben im Sekundentakt zu wechseln, blieb mir nichts anderes übrig, als mich mit dem Gedanken anzufreunden, dass er evtl. in nicht allzu ferner Zeit zu entsorgen ist und seine Existenz sich dem Ende zuneigt.
Eine folgenschwere Entwicklung, denn ich hatte mich ehrlich gesagt bis zu diesem Zeitpunkt davor gedrückt, an unterschiedliche Fernsehtypen wie LCD, LED und Plasma und deren Vorzüge Gedanken zu verschwenden. Auf mich wirkte alles etwas unübersichtlich. Es kommen auch immer wieder neue Geräte auf den Markt. Und warum darüber nachdenken, wenn es noch nicht akut ist?
Als ich das meiner Freundin erzählte, sagte die spontan: „Sei doch froh. Du scheinst keine Ahnung zu haben, was du an Strom mit deiner alten Kiste verbrauchst. Das ist erschreckend.“ Naja, ich selbst gucke ja nicht viel, aber mein Freund entspannt schon sehr oft vor dem Fernseher. Dann meinte sie noch, ich könne sogar was für die Umwelt tun und enorm viel Strom sparen, weil die Energieeffizienz der neuen Fernseher beeindruckend sei. Ich begann also, mich mit dem Thema zu befassen, denn es klang schon verlockend, viel Strom zu sparen und die Umwelt zu schonen - neben dem farbechten und schärferen Bild. Also, egal ob LCD, LED oder Plasma Fernseher, Energieeffizienz und das Schonen der Umwelt waren Argumente, die ich erst einmal näher untersuchen wollte, bevor ich sie in Form eines Kaufes umsetzte.
Beim Surfen im Netz entdeckte ich nun, dass für LCD, LED und Plasma Fernseher am 21. Juli 2010 von der EU-Kommission beschlossen wurde, innerhalb Europas ein Energielabel für Energieeffizienz einzuführen. Das soll ab 2011 umgesetzt werden. Zudem fand ich heraus, dass die Einsparpotenziale nicht nur davon abhängig sind, ob ein Fernseher neu ist, sondern auch davon, wie groß er ist, welche Technologie verwendet wird und welcher Hersteller dahinter steckt.
Diese Information regte mich nun an, weiter zu forschen. Denn bisher dachte man, allein die Verwendung einer neuen Technologie reiche aus, um Strom zu sparen und die Umwelt zu schonen, aber weit gefehlt, denn es gibt große Unterschiede in der Effizienz.
Hier meine Informationen:
Ich fand eine Marktanalyse auf Basis einer Untersuchung im Zeitraum Januar bis Mai 2010. Darin wurden die angegebenen Stromverbrauchsdaten von Produkten aus der Unterhaltungselektronik untersucht, monatliche Berichte daraus erstellt und diese analysiert. Die Untersuchung zeigt Unterschiede in der Energieeffizienz zwischen den verschiedenen Gerätetypen, Modellen und Herstellern auf.
Watt?
Das Ergebnis der Untersuchung war erstaunlich. Es wurde festgestellt, dass die Größe des Bildschirmes sehr entscheidend ist, was den Stromverbrauch angeht. LCD Flachbildfernseher mit einer Bildschirmdiagonalen von 32 Zoll haben im Schnitt einen Verbrauch von 123 Watt. Die übernächste Stufe von 42 Zoll verbraucht bereits 187 Watt und mit 47 Zoll ist man dann bei 235 Watt. Damit verdoppelt sich die Wattzahl - bei einem Unterschied in der Bildschirmgröße von nur 15 Zoll.
kWh?
Auch langfristig gemessen zeigen sich große Unterschiede. Es wurde der Verbrauch bei einem Betrieb von 4 Stunden und dem Rest des Tages im Standby-Modus untersucht.
Der 32-Zoll Fernseher verbrauchte bei dieser Nutzung 179 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr, der 47-Zoll-Fernseher dagegen 342 kWh pro Jahr. Auch hier ist die Kilowattstundenzahl bei geringem Größenunterschied fast verdoppelt.
CO2 Emission?
Wenn man das auf die CO2-Emissionen umrechnet, beträgt die CO2-Emission des kleineren Fernsehers 100 Kilogramm pro Jahr, bei dem größeren rund 200 Kilogramm pro Jahr - also das Doppelte.
Strom sparen mit dem richtigen Hersteller?
Der Energieverbrauch unterscheidet sich dann bei gleicher Größenklasse auch noch von Hersteller zu Hersteller und von Modell zu Modell. Nimmt man die Top 10 der Hersteller und lediglich deren 32-Zoll-Flachbildfernseher zum Vergleich, gibt es eine Spanne von 75 bis 151 Watt beim Stromverbrauch. In einem Zeitraum von 7 Jahren variieren die Stromkosten um fast 200 Euro. Ein höherer Anschaffungspreis für einen neuen Fernseher kann sich also auf die Dauer auszahlen.
Tatsächlich sparen mit LED-Technologie?
Natürlich verbrauchen alle Fernseher mittlerweile deutlich weniger Strom als früher. Neben den genannten Aspekten gibt es noch die LED-Technologie. Diese kann den Energieverbrauch noch mal um einiges senken. Bei LED (engl. Light Emitting Diode) sorgen Leuchtdioden für eine gleichmäßige Hintergrundbeleuchtung. LED ist eine Weiterentwicklung des LCD-Fernsehers. LED-Fernseher haben eine gleichmäßigere und hellere Ausleuchtung. Da die übliche CCFL Beleuchtung von LCD-Fernsehern Platz raubender ist, können die LED-Fernseher wegen ihrer geringen Bautiefe außerdem sehr viel flacher in der Ausführung sein.
Die LED-Fernseher senken den Verbrauch noch einmal um 30%. Wenn man dann die verschiedenen Hersteller vergleicht, variiert die Energieeffizienz unter Umständen um über 50%. Das erklärt die höheren Preise der Geräte. Der Durchschnittspreis eines LED-Fernsehers liegt zurzeit (24.08.2010) bei 720 Euro, ca. 190 Euro über den Preisen vergleichbarer anderer Geräte. Auf die gesamte durchschnittliche Lebensdauer der Fernseher umgerechnet, verbleibt letztlich ein Kostenunterschied zwischen den verschiedenen Flachbildfernsehern von knapp 80 Euro.
Energieeffizienz – beachten oder nicht beachten?
Die Frage, ob man wirklich auf die Energieeffizienz achten sollte, stellt sich eigentlich nach dieser Information zumindest für mich nicht mehr. Die Unterschiede in dem Bereich sind allerdings so groß, dass die Entscheidung schwer ist. Welches Gerät für jeden Einzelnen infrage kommt, ist natürlich Geschmackssache.
Was bringt das Energielabel wirklich?
Nachdem ich mich mit den Kriterien für einen geringeren Stromverbrauch beschäftigt habe und auch die Vielzahl der Produkte eine Übersicht erschwert, finde ich die Einführung des Energielabels sehr sinnvoll. Die Einordnung in Energieeffizienzklassen würde es, denke ich, erleichtern. Für einen Normalverbraucher ist es schon schwierig genug, die unterschiedlichen Technologien zu begreifen sowie ihre speziellen Vor- und Nachteile herauszufiltern.
Die (angenehme) Qual der Wahl – denn stromsparend sind sie alle.
Ich habe mir nun natürlich auch die Produkte genau angesehen, die für uns infrage kommen würden. Hier bei eVendi gibt es eine Vielzahl von Angeboten, die unseren Vorstellungen entsprechen, sowie preislich als auch vom Stromverbrauch her. Die Wahl fällt da meiner Ansicht nach nicht schwer, denn die 32 Zoll Fernseher sind diesbezüglich unschlagbar. Von Panasonic oder Sony zum Beispiel gibt es sehr gute Angebote im Bereich von 300-660 Euro. Wenn wir uns allerdings für einen LED-Fernseher entscheiden, erreichen wir natürlich in ein anderes Preisniveau.
Sony hat mit diesem Fernseher in einigen Tests gut abgeschnitten:
· Sony KDL – 32 EX 705 LCD/LED (ca. 769,- Euro).
Die dazu vorliegenden Daten in Kurzform:
· Bildschirm: 81 cm (32 Zoll), 100 Hz
· Auflösung: 1.920 x 1.080 Pixel - Full HD
· Tuner: DVB-C, DVB-S2, DVB-T, analog
· Features: Edge LED, DLNA, WLAN ready, BRAVIA Internet Video
· Anschlüsse: 4x HDMI, 2x Scart, USB 2.0, PC-Eingang, Ethernet
Stiftung Warentest hat den
· Sony KDL – 32W 5500E Full-HD lCD-TV
ebenfalls mit der Note GUT ausgezeichnet. Er wird als Innovation vom Feinsten bezeichnet, verfügt über eine exzellente Bildqualität und kostet ca. 659,- Euro.
In der Beurteilung eines Users steht:
- extrem rauscharmes Panel mit weitem Betrachtungswinkel
- bei akkurater Einstellung hohe und gleichzeitig sehr natürliche Bildschärfe
- für CCFL-Gerät guter Schwarzwert
- neutrale Farbwiedergabe
- sehr guter eingebauter Scaler
- tadelloser analoger TV-Tuner
- üppig ausgestatteter Video-EQ
- opulente Anschlussbestückung
- solide Verarbeitung
- einfache Bedienung
Contra:
- De-Interlacer verursacht leichtes Flimmern
- Digitaler Kabeltuner arbeitet nur befriedigend
- kein Subwoofer - Vorverstärkerausgang
Die Samsung Produkte scheinen noch etwas günstiger zu sein. Wer die Wahl hat, hat die Qual. Zudem es gibt sicher einige unter euch, die mehr Platz in ihrer Wohnung haben, einen größeren Bildschirm bevorzugen oder sich möglicherweise einen energiesparenden LED-Fernseher leisten möchten.
Aus den mir nun vorliegenden Informationen schließe ich, dass die Beachtung der Energieeffizienz von Fernsehern kein Humbug, sondern durchaus lohnenswert ist - die Wahl der jeweiligen Technologie Plasma, LCD oder LED aber letztlich individuell bleibt. Wer sich einen LED-Fernseher leisten kann, ist sicher bezüglich Energieeffizienz und niedriger Stromkosten am besten dran. Ein aufschlussreiches Energielabel wäre in meinen Augen eine Erleichterung für den Entscheidungsprozess. Die Wahl des richtigen Herstellers nimmt, wie ich nun weiß, außerdem Einfluss auf die langfristige Ersparnis. Aber wie man im Preisvergleich eVendi sieht, ist es durchaus möglich, einen Fernseher zu finden, der sich preislich unter 1.000 Euro bewegt und auch qualitativ überzeugt.
Gastbeitrag von Inga W.

Kommentare
Vergleiche fraglich
Das Thema an sich ist sicherlich sehr interessant und aufgrund der oben genannten Entscheidung der EU-Kommission und des ständig steigenden Umweltbewusstsein der Verbraucher zweifellos sehr aktuell. Aber die Vergleiche, die der Autor hier zieht, sind fraglich. So kann man m.E. auf gar keinen Fall einen 32 Zoll- mit einem 47-Zoll Fernseher vergleichen. Ich war sogar nicht zu faul, um die Vergrößerung der Bildfläche prozentual zu berechnen :-) Vergleicht man also einen 32 Zoll Fernseher mit einem 47 Zoll Gerät, ist die Bildfläche des letzteren mehr als ums Zweifache größer (noch genauer um 112%). So gesehen ist das größere 47 Zoll Gerät, das 235 Watt verbraucht, sogar energieeffizienter als der 32 Zoll Fernseher mit seinen 123 Watt, wenn man die Bildfläche im Verhältnis zum Stromverbrauch in Watt betrachtet. Viel logischer wäre hier ein Vergleich zweier verschiedenen Generationen der Fernseher mit der gleichen Bilddiagonale. Da sind schon auf jeden Fall deutliche Verbesserungen zu verzeichnen. Dann wurden im Beitrag die Plasma-Fernseher "vergessen", wobei man bemerken sollte, dass genau wegen Plasma-Geräte die oben erwähnte EU-Entscheidung überhaupt zustande kam. Der ganze Text wirkt so, als ob er von einem Laien geschrieben worden wäre und diesen Eindruck hat man auch fast bis zum Ende des Textes, wo plötzlich als Nachteil des Sony-Fernsehers ein wohl kaum für Otto Normalverbraucher verständlicher Satz "De-Interlacer verursacht leichtes Flimmern" auftaucht.
Ich würde sagen, das Thema ist interessant, aber ich persönlich wünschte mir hier relevantere Vergleiche, aber troztdem danke für den Beitrag!
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