Laufen im Regen – wie man den inneren Schweinehund besiegt

Ich bin Läufer, leidenschaftlich, regelmäßig und mit ganzem Herzen. Doch einen Faktor gibt es, der mich hin und wieder an meiner Sportart zweifeln lässt – das Wetter. Da hat man den ganzen Sommer lang ein straffes Laufprogramm durchgezogen, hat erfolgreich das Hüftgold bekämpft und fühlt sich pudelwohl, da setzt er ein, der Dauerregen. Man sitzt im Büro, schaut aus dem Fenster und fragt sich, ob man heute Abend wirklich hinaus will, ins nasse Grau. Doch mit ein paar Tricks kann das Laufen im Regen richtig Spaß machen! Schönwetter-Sportler? Das wäre doch gelacht!

Des Läufers 1. Schritt ist wohl der schwerste: das Aufraffen.

Wer Probleme hat sich, zu motivieren, sollte sich Ziele und Anreize setzen und den Sieg gegen den inneren Schweinehund belohnen. Ein Ziel könnte beispielsweise ein Volkslauf im benachbarten Örtchen sein, für den man möglichst gut trainiert sein möchte. Volksläufe gibt es wirklich wie Sand am Meer. Das Schöne daran ist, dass es nicht auf die Leistung der Läufer ankommt, sondern ums Mitmachen geht. So gibt es Teilnehmer, die die Strecke in rekordverdächtigen Zeiten absolvieren und andere, die gemütlich einen Fuß vor den anderen setzen und trotzdem jubelnd von der Masse empfangen werden. Meistens wird aus den Volksläufen ein richtiges Fest, mit Würstchenständen, Musik und Entertainment.
Ein anderes Ziel könnte die Lieblingshose sein, in die man dank konsequentem Sommertraining endlich reinpasst. Es wäre doch schade, wenn sie wieder anfängt, zu zwicken und zwacken.
Mich motivieren zum Beispiel neue Laufschuhe oder eine tolle neue Laufjacke. Zugegeben, man kann sich nicht permanent neue Kleidungsstücke kaufen. Aber man kann sie ja vorher schon im Internet bestaunen und sich dann gönnen, wenn man ein vorher festgelegtes Ziel erreicht hat. Motivation pur!
Zu guter Letzt helfen natürlich auch Blogartikel wie diese, die einen davon überzeugen, dass Laufen im Regen richtig Spaß machen kann.

2. und wichtigster Schritt: die Wahl der richtigen Laufbekleidung.

Als grobe Faustregel sollte man sich merken, dass einem beim Loslaufen immer ein bisschen zu kühl sein sollte. So ist man nach einer Aufwärmphase optimal gekleidet.
Moderne Funktionsmaterialien passen sich der Körpertemperatur an und transportieren den Schweiß nach außen. Tipp: Funktionsmaterial nie mit Weichspüler waschen, sonst verliert es seine wassertransportierenden Eigenschaften.
Wenn es nicht nur regnet, sondern auch unangenehm kalt ist, empfiehlt eine Wasser und Wind abweisende Funktionsjacke. So bleibt man relativ trocken und kühlt nicht aus. Eine normale Regenjacke würde ich auf gar keinen Fall tragen. Das Plastikmaterial hält zwar den Regen ab, verhindert jedoch auch, dass der Schweiß vom Körper abtransportiert wird. Das Ergebnis: Man ist genauso nass, wie ohne Jacke.
Wenn es warm ist, ziehe ich persönlich so wenig wie möglich an. Je weniger Stoff, desto weniger kann auch nass werden. Der Regen auf der Haut stört viel weniger als schwerer kalter Stoff.
Dann lege ich mir einen Pulsmesser um, so kann ich überprüfen, wie fit ich bin und mein Tempo genau anpassen. Anschließend ein Cap, gute Laufschuhe und auf geht’s ins unfreundliche Nass.

Der 3. Schritt ist manipulierbar: der Spaß – Laufen macht Spaß!

Am meisten freue ich mich, wenn es richtig schüttet, donnert und blitzt. Dann laufe ich meistens eine kürzere, aber auch schnellere Runde. Ich patsche durch Pfützen, sprinte durch Schlamm und kämpfe gegen den Wind. In solchen Situationen fühle ich mich frei und unbeschwert und zu allem fähig. Entgegenkommende Läufer grinsen einen an (denen geht es genauso), Autos hupen über die Tapferkeit (die denken man spinnt) und man läuft noch ein bisschen schneller als geplant (weil man Spaß hat). Und wenn man einmal nass ist, merkt man den Regen kaum noch. Nass ist nass.

Der letzte Schritt ist nur zu empfehlen: die heiße Dusche, der heiße Tee und die Decke.
Nichts wäre unbefriedigender, als wenn dem nassen Spaß eine dicke Erkältung folgt. Also ist es wichtig, sich nach dem Laufen im Regen gut aufzuwärmen, abzutrocknen und warm einzupacken.

Sagen wir dem inneren Schweinehund den Kampf an, soll die nasse Jahreszeit doch kommen!

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